Mit zwei der größten Auktionsveranstaltungen des Jahres, die im Januar an entgegengesetzten Enden des Sunbelt starten, wechseln innerhalb weniger Wochen mehrere Tausend Fahrzeuge den Besitzer. Online-Auktionen sind zwar weiter gewachsen, doch selbst ihr Umfang reicht noch nicht an eine Woche bei Barrett-Jackson in Scottsdale oder an Mecums noch größere Auktion in Kissimmee heran. Bonhams und RM Sotheby’s veranstalteten ebenfalls Auktionen in Arizona und boten dort einige der hochpreisigsten Fahrzeuge an.
Die Erwartungen an die Januar-Auktionen in diesem Jahr waren gedämpft. Die eigentliche Geschichte drehte sich jedoch nicht um die Anzahl der Fahrzeuge, sondern um die außergewöhnlich hohen Preise, die einige Autos erzielten.
Nachfolgend die wichtigsten Erkenntnisse aus Arizona (Barrett-Jackson, Bonhams und RM Sotheby’s) und Kissimmee (Mecum) sowie einige interessante Trends:
Trotz rund 500 weniger angebotener Fahrzeuge (ein Rückgang von fast 8%) und einer gesunkenen Verkaufsquote von 83% auf 80% sorgte der deutlich höhere Durchschnittspreis für den starken Anstieg des Gesamtumsatzes.
Supersportwagen standen bei allen Auktionen im Mittelpunkt. Den Auftakt machte Mecums Bachman Collection, die überwiegend aus Ferraris mit geringer Laufleistung und individueller Ausstattung bestand.

Bachman Collection Ferraris bei Mecums Kissimmee-Auktion
Die im Durchschnitt gezahlte Prämie gegenüber dem Zustandswert 1 für Ferraris aus den 2000er-Jahren lag bei über 240% –
Mehr als das 3,4-Fache.
Fahrzeuge aus den 1960er-Jahren der Sammlung erzielten im Durchschnitt 31 % über ihrem Zustand-#1-Wert (Concours-Zustand). Fahrzeuge aus den 1980er-Jahren lagen fast doppelt so hoch (+92%), während Fahrzeuge aus den 2000er-Jahren im Schnitt 240% – also mehr als das Dreifache – ihres jeweiligen Zustand-#1-Wertes erreichten. Vergleichbare Supersportwagen bei den anderen Januar-Auktionen verzeichneten ebenfalls starkes Bieterinteresse.
Ein Blick über das Supersportwagen-Segment hinaus und auf verschiedene Preisniveaus zeigt die Unterschiede im Markt. Fahrzeuge mit einem Zustand-#2-Wert von 250.000 USD oder mehr folgten einem ähnlichen Muster: Die Preisaufschläge gegenüber dem Zustand-#2-Wert nahmen von den 1970er- bis zu den 2000er-Jahren deutlich zu. Lag der Zustand-#2-Wert hingegen bei 100.000 USD oder weniger, erzielten nur Fahrzeuge aus den 1960er-Jahren nennenswerte Aufschläge – im Schnitt 13%. Autoliebhaber kennen vermutlich Chryslers K-Cars oder die japanischen Kei-Cars – doch möglicherweise müssen wir uns künftig auch mit einer K-förmigen Wirtschaft vertraut machen.

Die Marktperformance von Fahrzeugen aus den 1980er- bis 2010er-Jahren variierte je nach Preisniveau
Ein Fahrzeug aus den 2000er-Jahren mit einem Zustand-#2-Wert von 250.000 USD oder mehr erzielte im Durchschnitt einen Verkaufspreis
78% über diesem Wert, während Fahrzeuge mit einem Zustand-#2-Wert von 100.000 USD oder weniger im Schnitt einen Abschlag von 14%
hinnehmen mussten.
Mit bevorstehenden Auktionen in Frankreich und Florida, die stärker auf hochpreisige Fahrzeuge ausgerichtet sind, rechnen wir weiterhin mit lebhaftem Bieterinteresse – werden jedoch auch genau auf regionale Unterschiede achten.

Live-Auktionssummen im Januar 2016–2026
2024 und früher: inklusive aller Auktionen in Kissimmee und Arizona.
2025: ohne MAG-Auktion.
Es werden ausschließlich Fahrzeuge gezählt
Kumulierte Ergebnisse 2026
Kumulierte Ergebnisse 2025
Top 10 der Gesamtverkäufe aller Januar-Auktionen 2026

Mecum Auctions – 1962 Ferrari 250 GTO Bianco Speciale
Overall Top 10 Sales
Kumulierte Ergebnisse 2025

Barrett-Jackson – Lot 1377
Top 10 Verkäufe
Kumulierte Ergebnisse 2025

RM Sotheby’s – 2003 Ferrari Enzo
Top 10 Verkäufe
Kumulierte Ergebnisse 2025

Bonhams – Tupac Hummer H1
Top 10 Verkäufe
Kumulierte Ergebnisse 2025